Brutto-Netto-Rechner
Berechne, was dir nach Steuern und Abgaben von deinem Gewinn bleibt.
Dein Gewinn aus selbständiger Tätigkeit (Einnahmen minus Betriebsausgaben)
Gesetzlich ab ~220€, privat variiert. Inkl. Pflege.
Private Altersvorsorge, Rürup, freiwillige GRV
Aufschlüsselung pro Jahr
Belastung visuell
Belastungsquote
Brutto-Netto für Selbständige: Das musst du wissen
Anders als Angestellte bekommst du als Selbständiger kein Nettogehalt überwiesen. Du musst selbst kalkulieren, wie viel von deinem Gewinn nach Steuern und Abgaben tatsächlich übrig bleibt. Unser Rechner gibt dir eine realistische Einschätzung – speziell für Freelancer, Freiberufler und Selbständige in Deutschland.
Die Einkommensteuer 2025/2026 im Detail
Die Einkommensteuer in Deutschland ist progressiv aufgebaut – der Steuersatz steigt mit dem Einkommen. Es gibt keine festen Stufen wie in anderen Ländern, sondern eine kontinuierliche Kurve (Progressionszone). Die wichtigsten Eckwerte:
- 0 – 12.348 € (2026) – Grundfreibetrag, komplett steuerfrei. 2025 liegt er bei 12.096 €. Dieser Betrag deckt das Existenzminimum ab.
- 12.349 – 17.005 € – Progressionszone 1: Steuersatz steigt von 14% auf ca. 24%.
- 17.006 – 68.480 € – Progressionszone 2: Steuersatz steigt von ca. 24% auf 42%.
- 68.481 – 277.825 € – Spitzensteuersatz: konstant 42%.
- Ab 277.826 € – Reichensteuer: 45% (auch „Millionärsteuer“ genannt, obwohl sie deutlich früher greift).
Wichtig: Der Spitzensteuersatz von 42% gilt nicht für den gesamten Gewinn, sondern nur für den Teil über 68.480 €. Die Berechnung erfolgt stufenweise – deshalb ist die effektive Steuerlast immer niedriger als der Spitzensteuersatz.
Effektive Steuerlast nach Gewinnhöhe
Hier siehst du, wie viel Einkommensteuer du bei verschiedenen Gewinnstufen tatsächlich zahlst (ohne Soli und Kirchensteuer, Werte für 2026, ledig):
- 20.000 € Gewinn – ca. 1.370 € ESt (effektiv ~7%)
- 30.000 € Gewinn – ca. 4.130 € ESt (effektiv ~14%)
- 40.000 € Gewinn – ca. 7.590 € ESt (effektiv ~19%)
- 50.000 € Gewinn – ca. 11.510 € ESt (effektiv ~23%)
- 60.000 € Gewinn – ca. 15.790 € ESt (effektiv ~26%)
- 80.000 € Gewinn – ca. 24.900 € ESt (effektiv ~31%)
- 100.000 € Gewinn – ca. 33.300 € ESt (effektiv ~33%)
Solidaritätszuschlag: Wann fällt er an?
Seit 2021 wurde der Soli für die meisten Steuerzahler abgeschafft. Er fällt nur noch an, wenn deine Einkommensteuer über der Freigrenze von 18.130 € (Ledige) bzw. 36.260 € (Verheiratete) liegt. Das entspricht einem zu versteuernden Einkommen von ca. 68.000 € (ledig). Erst ab diesem Punkt werden 5,5% der Einkommensteuer als Soli fällig. Es gibt eine Gleitzone, in der der Soli langsam ansteigt.
Kirchensteuer: 8% oder 9%
Kirchensteuer zahlen nur Mitglieder einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft (evangelisch, katholisch und einige andere). Der Satz beträgt:
- 8% der Einkommensteuer in Bayern und Baden-Württemberg
- 9% der Einkommensteuer in allen anderen Bundesländern
Bei einem Gewinn von 50.000 € sind das ca. 920-1.035 € pro Jahr. Durch Kirchenaustritt entfällt diese Abgabe vollständig. Der Austritt wird beim Standesamt oder Amtsgericht erklärt (je nach Bundesland).
Gewerbesteuer: Nur für Gewerbetreibende
Freiberufler (z.B. Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure, Designer, Journalisten, IT-Berater) zahlen keine Gewerbesteuer. Gewerbetreibende (z.B. Online-Händler, Handwerker, Makler) schon.
- Freibetrag: 24.500 € – Erst darüber wird Gewerbesteuer fällig
- Berechnung: (Gewinn − 24.500 €) × 3,5% (Messbetrag) × Hebesatz der Gemeinde
- Hebesatz: Variiert von Gemeinde zu Gemeinde (200-900%, Durchschnitt ca. 400%)
- Anrechnung: Die GewSt wird teilweise auf die ESt angerechnet (Faktor 4 × Messbetrag), was die tatsächliche Mehrbelastung deutlich reduziert
Krankenversicherung als Selbständiger
Die Krankenversicherung ist neben der Einkommensteuer der größte Kostenfaktor für Selbständige:
- Gesetzliche KV (GKV): Beitrag basiert auf deinem Gewinn. Aktuell ca. 14,6% + Zusatzbeitrag (~1,7%) + Pflegeversicherung (~3,4%). Mindestbeitrag ca. 220 €/Monat, Höchstbeitrag ca. 1.050 €/Monat. Du trägst den vollen Beitrag allein (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil).
- Private KV (PKV): Beitrag abhängig von Alter, Gesundheit und gewähltem Tarif. Oft günstiger für Junge und Gesunde (300-500 €/Monat), wird aber im Alter teurer. Kein Wechsel zurück in die GKV nach dem 55. Lebensjahr.
Steuervorauszahlungen: So funktioniert das System
Das Finanzamt verlangt vierteljährliche Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer. Die Termine sind der 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember. Die Höhe wird nach deiner ersten Steuererklärung festgesetzt. Wichtig: Lege monatlich ca. 30% deines Gewinns für Steuern zurück, damit die Vorauszahlungen dich nicht überraschen.
Steuern sparen als Selbständiger
Legale Möglichkeiten, deine Steuerlast zu senken:
- Betriebsausgaben maximieren – Alles Geschäftliche konsequent als Betriebsausgabe erfassen
- Investitionsabzugsbetrag (IAB) – Bis zu 50% geplanter Investitionen vorab abziehen
- Homeoffice-Pauschale – 6 €/Tag, max. 1.260 €/Jahr (seit 2023)
- Basisrente (Rürup) – Beiträge sind voll als Sonderausgaben absetzbar
- GWG-Sofortabschreibung – Wirtschaftsgüter bis 800 € netto sofort abschreiben
Wichtiger Hinweis
Dieser Rechner liefert eine vereinfachte Schätzung der Steuerlast. Er berücksichtigt nicht: Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Vorsorgeaufwendungen, Kinderfreibeträge, Splittingtarif bei Verheirateten, Verlustvorträge und weitere individuelle Faktoren. Die tatsächliche Steuerlast kann deutlich niedriger ausfallen. Für eine verbindliche Berechnung wende dich an deinen Steuerberater.
Weitere Tools für deine Finanzplanung
Kalkuliere mit dem Stundensatz-Rechner deinen optimalen Stundensatz auf Basis deiner Kosten. Rechne mit dem MwSt-Rechner Netto- und Bruttobeträge für Rechnungen und Angebote um. Erstelle mit dem Rechnungs-Generator professionelle Rechnungen mit allen Pflichtangaben. Ermittle mit dem Arbeitstage-Rechner deine tatsächlichen Arbeitstage nach Bundesland.
Häufige Fragen zum Brutto-Netto-Rechner
Wie viel Steuern zahle ich als Selbständiger?
Als Selbständiger zahlst du Einkommensteuer (14-45% progressiv), ggf. Solidaritätszuschlag (5,5% der ESt, erst ab ca. 18.130 € ESt), ggf. Kirchensteuer (8-9% der ESt) und als Gewerbetreibender zusätzlich Gewerbesteuer. Bei einem Gewinn von 50.000 € liegt die effektive Steuerbelastung bei etwa 25-30%. Bei 100.000 € steigt sie auf ca. 33-38%. Dazu kommen Krankenversicherung und freiwillige Rentenvorsorge.
Was ist der Grundfreibetrag 2026?
Der Grundfreibetrag beträgt 2026 voraussichtlich 12.348 € pro Jahr (2025: 12.096 €). Bis zu diesem Betrag zahlst du keine Einkommensteuer. Erst ab dem ersten Euro darüber beginnt die Progression mit 14% Eingangssteuersatz, der bis zum Spitzensteuersatz von 42% (ab 68.481 €) ansteigt. Ab 277.826 € greift die sogenannte Reichensteuer mit 45%.
Wie funktioniert die Gewerbesteuer?
Gewerbesteuer zahlen nur Gewerbetreibende, nicht Freiberufler. Es gibt einen Freibetrag von 24.500 €. Vom Gewinn darüber wird der Steuermessbetrag (3,5%) berechnet und mit dem Hebesatz der Gemeinde multipliziert (durchschnittlich 400-450%). Die Gewerbesteuer wird teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet (Faktor 4 × Messbetrag), sodass die tatsächliche Mehrbelastung geringer ausfällt.
Was ist der Unterschied zum Brutto-Netto-Rechner für Angestellte?
Bei Angestellten werden Lohnsteuer und Sozialabgaben automatisch vom Gehalt abgezogen. Selbständige müssen dagegen selbst kalkulieren: Einkommensteuer per Vorauszahlung ans Finanzamt, Krankenversicherung (GKV oder PKV) und Rentenvorsorge eigenständig. Auch gibt es keine Arbeitgeberanteile – du trägst alle Kosten allein. Deshalb bleibt bei gleichem Bruttobetrag oft weniger netto übrig als bei Angestellten.
Muss ich als Selbständiger Steuervorauszahlungen leisten?
Ja. Das Finanzamt setzt nach deiner ersten Steuererklärung vierteljährliche Vorauszahlungen fest (zum 10. März, Juni, September und Dezember). Die Höhe basiert auf deinem letzten Steuerbescheid. Wenn dein Gewinn stark schwankt, kannst du eine Anpassung der Vorauszahlungen beantragen. Plane die Vorauszahlungen in dein Budget ein – sie kommen zusätzlich zu den laufenden Kosten.